Drucken

Was macht die IHK-Vollversammlung und wie setzt sie sich zusammen?

Die Vollversammlung entscheidet über die Arbeit der IHK. Eine der Kernaufgaben der Vollversammlung ist es, die wirtschaftspolitischen Grundsatzpositionen der Wirtschaft am Mittleren Niederrhein festzulegen. Auf dieser Basis formuliert die IHK dann im Alltagsgeschäft Stellungnahmen und Vorschläge. Die IHK-Vollversammlung entscheidet über die Wirtschaftssatzung und den Wirtschaftsplan und damit über die Höhe von Grundbeitrag und Umlage. Sie prüft den Jahresabschluss und entlastet die Geschäftsführung.

Parlament der Wirtschaft entscheidet

Die Vollversammlung ist „das Parlament“ der regionalen Wirtschaft. Alle fünf Jahre sind die Mitglieder der IHK aufgerufen, ihre Vertreter zu wählen. Bei der Wahl hat jedes Unternehmen eine Stimme – unabhängig von der Unternehmensgröße. Die Vollversammlung der IHK Mittlerer Niederrhein hat 70 Unternehmensvertreterinnen und Vertreter, davon 14 Frauen und 56 Männer. In den letzten Jahren sind die Plätze in der Vollversammlung begehrter geworden. So kamen zuletzt im Durchschnitt 1,64 Kandidatinnen und Kandidaten auf jeden Platz in der Vollversammlung. Je höher die Wahlbeteiligung – umso besser. Das gilt auch für die Wahlen zur IHK-Vollversammlung.

Wahlgruppen beteiligen alle Branchen

Was aber sind Wahlgruppen? Damit die Vollversammlung die regionale Wirtschaft widerspiegeln kann, werden für die Wahl Gruppen gebildet, z.B. für Industrie, Handel, Dienstleistungen, IT, Medienwirtschaft und Verkehr. Entsprechend dem wirtschaftlichen Gewicht in der Region wird dann auch die Zahl der Sitze in der Vollversammlung festgelegt. Die Details regelt die jeweils von der Vollversammlung verabschiedete Wahlordnung. Die Sitzanzahl pro Wahlgruppe richtet sich dabei insbesondere nach der Anzahl der Mitgliedsunternehmen in der jeweiligen Branche sowie nach dem entsprechenden Gewerbeertrag der Wahlgruppe bzw. des Wirtschaftszweigs.

Kooptation als Mittel des Ausgleichs

Immer wieder hinterfragt wird die Möglichkeit der Kooptation von Vertreterinnen und Vertretern von Unternehmen in die Vollversammlung. Eine Kooptation bedeutet, dass die gewählten Mitglieder der Vollversammlung ihrerseits weitere Mitglieder hinzuwählen, die nicht im Rahmen der Vollversammlungswahl gewählt wurden. Ziel ist es hierbei, vor allen Dingen die regionale Wirtschaftsstruktur auch dann abzubilden, wenn ohne solche Kooptation wichtige Bereiche der Wirtschaft fehlen würden, die für abgewogene Entscheidungen in der Vollversammlung im Interesse aller unverzichtbar sind. Die Satzung der IHK Mittlerer Niederrhein sieht eine Kooptation vor. Bis zu zwölf Unternehmerinnen / Unternehmer können in die Vollversammlung kooptiert werden.

„Die Vollversammlung bietet den Unternehmen die Möglichkeit, ihre Interessen und Sachkenntnis einzubringen. Die gewählten Vertreter der Wirtschaft legen die Marschrichtung der IHK fest.“

Dr. Stefan Dresely, Vizepräsident der IHK Mittlerer Niederrhein